CenSer, ex zuccherificio, particolare (Rovigo)
CenSer, ex zuccherificio, particolare (Rovigo) · Threecharlie · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
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Geschichte · Rovigo

Ehemalige Zuckerfabrik von Rovigo (CenSer)

Von der Zuckerrübe zu Messen und Tagungen

Epoche
Anfang 20. Jh.
Wo
Viale Porta Adige 45, 45100 Rovigo

Der Polesine war jahrzehntelang ein Land der Zuckerrüben. Diese Kultur hat Landschaft und Wirtschaft der Gegend lange geprägt. Noch heute nennt die Britannica Rovigo einen Agrarmarkt für Weizen, Zuckerrüben, Flachs und Hanf. Die ehemalige Zuckerfabrik am Viale Porta Adige ist das Denkmal dieser industriellen Epoche. Wer die Gegend verstehen will, findet hier eine wertvolle Station.

Die Fabrik

Der Komplex entstand Anfang des 20. Jahrhunderts auf Initiative der Società Italiana per l’Industria degli Zuccheri, eines der großen Zuckerunternehmen des Landes. Generationen lang bestimmte er mit seinen Verarbeitungskampagnen den wirtschaftlichen Rhythmus der Stadt. Hier wurde ein wichtiges Kapitel der Wirtschaftsgeschichte Rovigos geschrieben. Vom Acker in die Fabrik: Der Kreislauf der Zuckerrübe verband jahrzehntelang das Land des Polesine mit der Stadt. Noch heute lassen die Ausmaße des Komplexes ahnen, welche Bedeutung er hatte.

Eine neue Bestimmung

Nach dem Ende der Produktion wurde das Gelände wiederhergestellt und umgestaltet. Aus einem Ort der Arbeit wurde ein Ort der Begegnung, der heute nach vorn blickt. Heute ist es das CenSer (Centro Servizi) – Rovigo Fiere, ein Mehrzweckzentrum für Ausstellungen, Messen, Tagungen, Aufführungen, Kino und Workshops. In den Räumen ist auch eine Kultureinrichtung für bildende und darstellende Künste zu Hause. Im Komplex finden zudem ein Universitätszentrum und Wohnungen für die Studierenden des Consorzio universitario di Rovigo Platz. Messen, Kongresse und Studentenwohnungen teilen sich so dieselben Industriebauten.

Die Region Venetien beschreibt das Gelände als Komplex, der sich „in der Phase der Wiederherstellung und Umgestaltung“ befindet. Eine Baustelle der Erneuerung, die noch offen ist und sich entschieden hat, dem Gebiet eine „erneuerte Bestimmung“ als Dienstleistungsort zu geben, statt abzureißen. Eine Art, in die Zukunft zu blicken, ohne die Vergangenheit auszulöschen. Ein Beispiel umgenutzter Industriearchitektur: Wo einst Zuckerrüben verarbeitet wurden, finden heute Messen, Kongresse und Lehrveranstaltungen statt. Wer während einer Veranstaltung kommt, erlebt beide Seelen des Ortes. Die Erinnerung an den Zucker ist ohnehin nicht verloren gegangen: Sie lebt in den Baukörpern und in den Namen fort.

Quellen

  1. Regione Veneto – Veneto Around Me
  2. Encyclopaedia Britannica

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