Karte des Po-Deltas von 1603 mit Wasserläufen und dem Gebiet Polesine
Karte des Po-Deltas von 1603 aus dem Stadtarchiv von Ferrara; kartografischer Kontext der Zeit des Taglio, kein Foto der Arbeiten und kein Venedig zugeschriebener Entwurf · Kartenautor nicht angegeben; Reproduktion von Nerijp · Pubblico dominio / Public Domain · Wikimedia Commons
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Geschichte · Taglio di Po

Der Taglio di Porto Viro

Der Fluss, den die Serenissima umleitete

Epoche
1599–1604
Wo
Centro di Taglio di Po, 45019 Taglio di Po (RO)

Die Landschaft des Po-Deltas, die wir heute sehen, ist zu großen Teilen das Ergebnis einer politischen Entscheidung. Gefallen ist sie in Venedig, vor mehr als vierhundert Jahren.

Im 16. Jahrhundert blickte die Republik mit Sorge auf den Po di Tramontana, den nördlichen Arm des Flusses. Mit seinen Sedimenten drohte er die Lagune bei Chioggia zu verlanden und den Handel zu ersticken. Man fürchtete auch, die Etsch könnte sich mit diesem Arm vereinen und die Lage noch verschlimmern. Die Debatte zwischen Technikern und Magistraten dauerte über ein halbes Jahrhundert.

Der richtige Moment

Die Wende kam aus der Politik. 1598 ging Ferrara von den Este an den Kirchenstaat über, und 1600 war ein Heiliges Jahr: Papst Clemens VIII. konnte sich keinen Krieg leisten.

Am 27. August 1599 billigte der Senat das Projekt von Alvise Zorzi. Es sah einen künstlichen Kanal von rund sieben Kilometern vor, zwischen den Gebieten der heutigen Gemeinden Taglio di Po und Porto Viro. Er sollte das Wasser des Po nach Südosten ableiten, Richtung Sacca di Goro.

Sieben Kilometer Mühsal

Die Arbeiten begannen 1600, unter dem Dogen Marino Grimani. Leicht waren sie nicht: Sabotage und Streiks bremsten sie immer wieder.

Am 16. September 1604 meldete der Provveditore Zuan Giacomo Zane dem Senat, dass das Wasser in den Kanal geflossen sei. Das Werk kostete rund 300.000 Golddukaten, doppelt so viel wie geplant.

Neues Land aus dem Meer

Die Folgen waren gewaltig. Der schnellere Po begann, neues Land zum Meer hin aufzuschütten. Das moderne Delta schob sich viel rascher als früher in die Adria vor. Auf dem gerade entstandenen Land gründeten venezianische Patrizier Landgüter und Herrensitze.

Im päpstlichen Gebiet geschah das Gegenteil. Die Sacca di Goro und die alten südlichen Arme verlandeten, und weite Flächen versumpften.

Wer heute den Po di Venezia ruhig dahinfließen sieht, kann sich die Mühen und Spannungen von damals kaum vorstellen. Und doch trägt die Landschaft ringsum noch das Zeichen jenes Schnitts.

Quellen

  1. Wikipedia (it)
  2. Il Foglio
  3. FrancoAngeli – Storia urbana
  4. Italia.it
  5. Italia.it

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